Wormser Zeitung: Glücksfall Dirk Anders
27.05.2003
Frank Beier zum VfR Wormatia
Vom 27.05.2003
Vom potenziellen Absteiger zum Fast-Aufsteiger
„ die Wandlung des VfR Wormatia in den
vergangenen zehn Monaten nötigt
höchste Bewunderung ab. Auch wenn's am Ende
nicht ganz gereicht hat, dürfen Spieler,
Trainer, Verantwortliche und Anhänger sehr
stolz auf den erreichten dritten Platz sein. Denn, Hand
aufs Herz: Wer hätte zu Saisonbeginn auch
nur annähernd mit einem derart positiven
Abschneiden gerechnet?
Das Hauptverdienst an der fast komentenhaften Wiederauferstehung der "alten Dame" Wormatia gebührt zweifellos Trainer Dirk Anders. Was der 36-Jährige in seiner allerersten Saison als verantwortlicher Trainer geleistet hat, ist in der Tat "sensationell", um es mit seinen eigenen Worten auszudrücken. Aber der Ex-Bundesligaprofi weiß auch, dass der total unerwartete Erfolg beim Anhang Begehrlichkeiten geweckt hat, die nur mit einer weiteren Steigerung zu erfüllen sind. Und da der erreichte dritte Tabellenplatz nach oben kaum noch Spielraum lässt, kann das nur bedeuten: Platz zwei oder eins. Wegen dieser stark gestiegenen Erwartungshaltung wird das kommende Spieljahr für Wormatia um einiges schwieriger als das gerade beendete. Deshalb ist es auch durchaus nachvollziehbar, wenn Vorsitzender Fritz Bergemann-Gorski in der Stunde des Erfolgs auf die Euphoriebremse tritt. Allzu schnell kann einem rasanten Aufschwung der tiefe Absturz folgen. Beste Beispiele dafür gibt es nicht nur in der Bundesliga. Zudem ist der VfR Wormatia finanziell weiterhin nicht auf Rosen gebettet, kann keine "Granaten" verpflichten, die den Aufstieg garantieren. Vielmehr muss man auch künftig auf den siebten Sinn von Dirk Anders setzen: Im Entdecken und Aufspüren von Talenten ist er ein echter Glücksfall für Wormatia.